Jahresthema 2024

21 Mai, 2024

LABORATORIUM ⑫ Pause und Wiederholung

ein und aus und ein und aus und ein
– Pausen und Wiederholungen

Die Begriffe klingen nüchtern und unpoetisch. Knöpfe und Schalter werden „bedient“und ihre Funktionen beschrieben. Elektrische Geräte kann man sich dabei vorstellen. Ganz selbstverständlich verwenden wir längst den Binärcode 1 0 1 0 1. Wenn Pausen und Wiederholungen angewendet werden in künstlerischen Prozessen wie auch in der Rezeption, eröffnen sich neue Erlebniswelten. Und es werden Betrachtungen angestellt über Poesie, über musikalische, kompositorische Prinzipien und schließlich über Methoden der Aneignung. Sowohl der Begriff Wiederholung (Iteration) als auch die Bedeutung von Pause/Stille sind so elementar in Musik, BildKunst, Literatur/Sprache, Tanz/Bewegung, dass wir sie unter dem Jahresthema für 2024 in unser Kulturlabor geben wollen. Dort wird mit der Methode der wilden, ziellosen Forschung die permanente Neuerung hinterfragt: denn eine Wiederholung lässt nie das Gleiche entstehen. Sie wechselt in der Zeit und im Kontext.*

  • Jacques Derrida führte die Iteration in die Sprache der Philosophie ein. „Iteration“ bezeichnet hier die Wiederholung eines Begriffs im philosophischen und gesellschaftlichen Diskurs. Laut Derrida verändert sich mit jeder Wiederholung (Iteration) eines Begriffs seine Bedeutung, so dass niemals dieselbe Bedeutung reproduziert wird wie beim vorausgehenden Gebrauch des Begriffs. Jede Iteration hat vielmehr eine Variation der Bedeutung zur Folge, die dem ursprünglichen Begriff etwas hinzufügt und ihn bereichert. Eine ursprüngliche Definition von Begriffen, auf die man ihre Bedeutung zurückführen könnte, kann es demnach nicht geben. (Text-Quelle: Wikipedia)