Kunstvermittlung 2024 zwischen Hä? und Ach so!

22 Mai, 2024

Über Pausen und Wiederholungen
Kunstvermittlungen an Schulen, in Gärten, am Fluß und zuhause

Dauernd wechselt beim Entwickeln das Bild. Die Form ändert sich. Das Objekt kann einen neuen Namen bekommen. Der Wechsel der Perspektive bewegt die Skulptur. Im musealen Kontext ist zwischen den Bildern ein Abstand, die Wand ist Pause, das Bild ist in der Form Wiederholung.

Mit unserem Werkzeugkasten für die Vermittlung untersuchen wir diesmal die Phänomene der Wiederholungen, der Zwischenräume, die wir als Pausen wahrnehmen können und der Erinnerungen und finden gemeinsam Kriterien für das Werk, ja sogar für Kunst. In diesen Werkzeugkästen, die der Kunstraum in unterschiedlichen Größen mitführt, finden sich Dinge wie Stirnlampen, Spiegel, Rahmen, Lupen, Regenschirme, Brillen, Handschuhe, Liegematten und Sitzkissen. Gerne operieren wir mit dem Plüschhasen und seiner Kunststoffmöhre. Mit denen philosphieren wir über paradoxe Situationen und Begriffe wie „echt künstlich“ oder „deutlich unscharf“ oder „der Zwischenraum hat eine Gestalt“, „Die Pause hat einen Klang“.

All das findet auf der Grundlage unserer langjährigen Methode Kunstvermittlung ohne Kunst
statt. Sie bildet einen Startpunkt für unsere Frage nach der „Berechtigung“ von Kunstvermittlung als (Kunst)Werk. Ein Funktionsziel der Vermittlung/Übersetzung wird nicht formuliert – es wird nicht verfolgt, weil die Vermittlungsprozesse selbst als Werk definiert werden. Das Klassenzimmer, der Kunstraum und sein Umfeld (auch ein Sandkasten ist dabei) sollen als Spielraum, als künstlerisches Labor, als Aktionsfeld erlebbar werden um den Fokus auf Hier und Jetzt zu richten. Kunstvermittlung oder Transformation oder Übersetzung hat nicht Können oder Kompetenz im Blick sondern Erleben und Überraschen durch Perspektive-Wechsel.

Sooft wir die Methode anwenden, wiederholen, so deutlich ist die Entwicklung, die Veränderung – insbesondere wenn der Kontext je ein anderer ist. Zu entdecken, dass Wiederholungen neue Formen und Formulierungen hervorbringen ist wie in einer Allee, wo bei immer gleichem Abstand keine Baumpersönlichkeit wie die andere ist . . . .