Spaziergänge

 

Spaziergänge zu Freiräumen

 

Annäherung an Freiräume – Spazierengehen als Kunstform
von Johannes Kimstedt

 

[…]Spazierengehen findet (wie die Kunst) jenseits von Technik, Handwerk und Material statt. Es setzt Wahlfreiheit des Tuns voraus, öffnet Denkräume und kann Ausdruck von Selbstzweck sein. Spazierengehen ist erst nur Bewegung um sich zu bewegen, nicht um ein Ziel zu erreichen oder sich sportlich zu stärken. Wer beim Gehen einen Stock in der Hand hat oder einen Rucksack trägt, ist ein Wanderer. SpaziergängerInnen haben gelegentlich die Hände in den Taschen. Sie tragen keinen Rucksack auf dem Rücken, wo sie die Hände kreuzen – sie schauen und finden.
Spazierengehen ist geeignet, den Spazierengeher oder die Spazierengeheringeistig zu stärken, die Wahrnehmung auf die Bewegung selbst, aber auch auf die (sich verändernde) Umgebung zu richten. Perspektive-Wechsel gehört zu einer solchen Bewegung.
Kunst ist Kommunikation, ist sinnhafter (hier kollektiver) Selbstzweck. Kunst ist Wahrnehmung, Erkennen, Überraschung und Erfahrung. Kunst ist Forschen – ergebnisoffen. Spazierengehen als Kunstform ist also eine Bewegung des Forschens, folgt dem Willen zu tun und ist Bereitschaft zur Erweiterung derästhetischen Wahrnehmung. Spazierengehen ist die geeignete Bewegungs-Form für die künstlerische Begegnung mit der Umgebung (Natur, Siedlung und Gesellschaft). Es ist nicht Müßiggang, aber es ist verwandt mit Umhergehen oder Lustwandeln (ambulare).
Spazierengehen, Gehen als zweckfreie Bewegung kann das Grundelement einer Performance sein ohne spezialisierte künstlerische Fähigkeiten wie Malen, Bildhauern, Dichten, musikalisch Komponieren, etc.. Spazierengehen ist eine Bewegung, die den Kopf und die Hände frei lässt für Denken und Sammeln. Spazierengehen kann also ein eigenständiges künstlerisches Genre sein.[…]

 

Die Fotos in der Publikation Spaziergänge zu Freiräumen stammen von: Silke Beu, Jutta Brüning, Gerd Cassens, Rike Flämig, Karin Haenlein, Paul Hoos, Johannes Kimstedt, Daniela Köster, Denise Lacroix, Murte Liebenberg, Inge Luttermann, Rolf Türck

Zeichnung von Yuri Paul Hartlef

 

Denkräume am Wegesrand – Probespaziergang in Tosterglope
von Johannes Kimstedt

 

Auf den Grund gehen – Springhornhof Neuenkirchen
von Karin Haenlein

 

Gerüche am Wegesrand – Dahlenburg –
von Johannes Kimstedt

 

Feldforschung – Kindergarten Tosterglope
Gespräch mit den Kindern

 

Zum Licht – Dahlenburg
von Birgit Maschke

 

Nah und Fern – bei Harmstorf
von Jutta Brüning und Karin Haenlein

 

Sehnsuchtsorte – bei Walmsburg
von Gerhard Cassens

 

Spülsaum1 – westliches Elbufer bei Alt Garge
von Birgit Maschke

 

Klänge und Signale – Fischteiche bei Tosterglope
von Johannes Kimstedt

 

Hin und Her – Bleckede
von Murte Liebenberg und Johannes Kimstedt

 

Spülsaum 2 – östliches Elbufer bei Konau
von Johannes Kimstedt

 

Energiefelder – bei Tosterglope
von Birgit Maschke

 

Insellage – bei Thomasburg
von Johannes Kimstedt

 

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