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KURATO.kollektiv

4. Januar 2013, 08:00 - 13. Januar 2013, 17:00

KUNSTVEREIN LÜNEBURG
startet mit einer temporären Implantierung in die Neue Saison: ein Kunstverein im Kunstverein.
Eröffnung: Freitag, 4. Januar 2013, 18:30 Uhr
Danach bis 13. Januar 2013 täglich geöffnet von 11:00 bis 16:00 Uhr
Heinrich-Heine-Haus am Ochsenmarkt in Lüneburg

 

KURATO.kollektiv*
ist eine experimentelle Initiative von KUNSTRAUM TOSTERGLOPE. Das Kollektiv aus KünstlerInnen, KunstvermittlerInnen und Mitgliedern des Kunstvereins stellt die Ästhetik des Arbeitens und des Verwaltens von Kunst zur Debatte. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: die Besucher der Büro-Installation können teilnehmen an dem experimentellen Prozess, können eingreifen und zumindest die äußere Bedingung des Werkes mit gestalten. Der bürokratische Umgang mit so sensiblen Prozessen, wie sie der Kunstproduktion eigen sind, wird hier zum Inhalt einer skulpturalen Inszenierung. Als Gast des Kunstvereins Lüneburg baut der ländliche Kunstverein auf den geneigten Böden des alten Gemäuers eine exakt waagerechte Plattform ein, auf der das Kollektiv quasi „abgehoben“ seiner Büro- und Vermittlungstätigkeit nachgeht.

 

KURATO.kollektiv* im Lüneburger Heinrich-Heine-Haus ist die dritte Station dieses Werk-Experimentes. Zuvor war das Kollektiv in der Galerie oqbo in Berlin installiert. In der Ladengalerie in Berlin Mitte konnte man spielend Parallelen zu den benachbarten Läden ziehen, in denen Design-, Stadtteil- und Architekturbüros von außen einzusehen waren. Im Künstlerhaus, im Kunstverein Göttingen (im Rahmen des Projektes KunstTransfer) konnten die Ausstellungsbesucher im Galerieraum um KURATO.kollektiv* herum ihre Beobachterpositionen markieren und charakterisierten damit ihr Verhältnis zum Raum aber auch (ihre Distanz) zum Büro des Kunstraums aus Tosterglope an dieser Stelle.
In Lüneburg wird KURATO.kollektiv*  nun die Raumsituation der historischen Stätte aufnehmen. Die Besucher können sich zur Installation dergestalt positionieren, dass sie die Gegebenheiten – z.B. die reich bemalte Raumdecke – spiegeln und das Spiegelbild an der gewählten Stelle belassen.

 

*KURATO ist die Abkürzung für KUNSTRAUM TOSTERGLOPE und spielt zugleich auf das Betätigungsfeld des Kuratierens an. Der Begriff des Kollektiven ist im Kunstkontext dem allgemeinen Verständnis vom Künstler-sein diametral entgegengesetzt, geht man doch landläufig davon aus, dass es kaum eine Gruppe in Artenvielfalt (Diversität) der Gesellschaft gibt, die sich so vereinzelt ausnimmt. Ein Berufsbild, das sich auch in Künstlergruppen als das von „Einzelkämpfern“ darzustellen scheint. Das KURATO.kollektiv nimmt auf diesen Umstand ausdrücklich Bezug und setzt sich zudem der Frage nach künstlerischem Selbstverständnis aus. Das Kollektiv diskutiert dies intern und macht keinen Hehl aus dem unfertigen Prozess, einen „elastischen“ Kunstbegriff erst zu behaupten. Auch Aspekte, die sich zwischen Künstler und Kunstvermittler auftun, können zur Sprache kommen. Die Besucher von KURATO.kollektiv werden unter Umständen mitten in eine solche Diskussion der Akteure geraten. Ein kollektives Kuratieren schließlich wird seit einiger Zeit vielfach diskutiert: ein Vorgang zeitgenössischen Ausstellungs-machens, bei dem KünstlerInnen und KuratorInnen zum Team verschmelzen wollen oder sollen.