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Spazierengehen als Kunstform oder die Entdeckung der letzten Freiräume

17. November 2016, 15:30 - 19. November 2016, 16:30

Spaziergangstests in Konau (mit Jutta Brüning und Murte Liebenberg)

Eine Aktion von IG Niemandsland
– Kunst und Soziokultur im KUNSTRAUM TOSTERGLOPE e.V.

Folgende Informationen werden weiter aktualisiert:
Bei der diesjährigen Dahlenburger Kulturwoche wollen wir 2 Spaziergänge anbieten um die kulturellen Zwischenräume aufzusuchen.
am Donnerstag, den 17. November wollen wir uns 15.30 Uhr in Dahlenburg treffen um die Gerüche der Umgabeung zu erkunden mit dem 17.00 Uhr-Ziel Orchideengarten Karge und Café,
wo Karlheinz Schach über Orchideen ausstellt und referiert.
am Samstag, den 19. November wollen wir uns 16.30 Uhr im Dahlenburger Moorweg treffen um letzte Lichter und Klänge einzufangen mit dem 18.00 Uhr-Ziel St. Johannes Kirche zum Konzert des Hannoveraner A-capella-Chor-Ensembles VOKTETT (siehe auch Programm am 19.11.)

Spaziergangstests in Konau (mit Jutta Brüning und Murte Liebenberg)

Fotos: Spaziergangstests in Konau (mit Jutta Brüning und Murte Liebenberg)

 

Das Projekt Spazierengehen
Mit Begleitung von Künstlerinnen entdecken unterschiedliche Interessengruppen die Umgebung. Bei monatlichen Spaziergängen untersuchen und markieren sie mit künstlerischem Blick die letzten Freiräume, Niemandsländer als Skulptur, als Werk. Sind das die ersehnten Paradiese? Sind Freiräume überhaupt Paradiese – und umgekehrt? Dem stehen die versiegelten Ländereien gegenüber: Felder, Wege, Straßen, Grundstücke mit Grenzen und Zäunen – Jemandsländer. Fundstücke von den „Ausflügen“, Dokumente wie Protokolle, Zeichnungen oder Fotos und Filme, kartografische Einträge und Übermalungen von Landkarten bilden das Material einer Zwischenbilanz und einer Präsentation nach dem 12. Spaziergang. Eine Publikation versammelt schließlich die Ergebnisse und Erfahrungen der 12 Spaziergänge zur „Freiraum-Forschung“.
 
 
Vorbemerkungen
Leider bedarf es eines Prologs um das einfache Spazierengehen als Kunst zu belegen. Alles Theoretisieren über Kunst ist fragmentarisch, deshalb schlagen wir den einfachen Weg vor: Spazierengehen um Freiräume zu erleben.
Zugleich ist dieses Projekt ein „Vorspiel“ zu unserem Jahresthema Laboratorium III 2017: Impuls und Anfang – Die Kunst des Anfangens. Dies sei hier erwähnt um den Zusammenhang unserer Projekte zwischen Kunstverein und Soziokulturstätte zu verdeutlichen: denn auch Spazierengehen braucht einen Impuls, eine Fragestellung um anzufangen, um überhaupt raus zu gehen. Spazierengehen ist vor allem wie das Geistige in der Kunst: jenseits von Technik, Handwerk und Material.

Es setzt Zweckfreiheit des Tuns voraus, öffnet Denkräume oder ist sogar Ausdruck von Selbstzweck. Spazierengehen ist erst nur Bewegung um sich zu bewegen, nicht um schnell ein Ziel zu erreichen oder sich sportlich zu stärken. Wer beim Spazierengehen einen Stock in der Hand hat, ist ein Wanderer. SpaziergängerInnen haben gelegentlich die Hände in den Taschen. Sie tragen keinen Rucksack auf dem Rücken, wo sie eventuell die Hände verschränken – sie schauen und finden.
Spazierengehen ist geeignet, den Spazierengeher oder die Spazierengeherin geistig zu stärken, die Wahrnehmung auf die Bewegung selbst, aber auch auf die (sich verändernde) Umgebung zu richten. Perspektivewechsel setzt eine solche Bewegung voraus.

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