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Jette Held

Samstag, 23. März 2024 - Sonntag, 21. April 2024

…UND IMMER MÖCHTE ICH UM DIESES WASSER BIEGEN II

Eröffnung: Samstag, den 23.3., 17.00 Uhr
Finissage: Sonntag, 21.4., 15.00 Uhr

Jette Helds poetische Arbeiten muten wie zarte Aquarelle an. Die feinsinnigen Werke zeigen sanfte Farbverläufe changierend zwischen bläulich-violetten Farbtupfern auf hellem Grund. Teils durchzogen von dunklen linearen und granularen Formen. Andere Arbeiten sind in Schwarz-Weiß gehalten und weisen netzartige Strukturen auf, die mal mehr, mal weniger klar um- rissen sind. Stellenweise sind Schatten feingliedriger Gräser, fragiler Blätter und Äste zu erkennen. Die lyrische Bildsprache und ruhige Stimmung, die von den Bildern ausgeht, inspiriert dazu in die schlafwandlerischen Traumwelten aus fließenden Übergängen von Licht und Schatten, Formfindung und Strukturauflösung, Ruhe und Bewegung einzutauchen. …

… Wenn das Wasser schreiben könnte lautet folgerichtig der Titel einer Serie, die 2022 entstand.
Die im Konjunktiv formulierte Überlegung spielt auf die Anerkennung von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit natürlicher Phänomene an. Dies steht im Gegensatz zur herkömmlichen Betrachtungsweise, dass die Natur, hier das Wasser, eine Ressource darstellt, die es je nach Ausrichtung zu schützen oder zu dominieren, zumindest jedoch zu organisieren gilt. Durch die Visualisierung der selbstbestimmten Interaktion von Licht, Material und Wasser wird diese Überlegung zur Realität. Die Fotogramme sind nicht mehr reine Abbilder, sondern werden zu Objekten, zu Schrift- stücken transformiert. Sie sind indexikalische Zeichen, die die Natur für sich selbst sprechen lassen und zugleich stellen sie Dokumente der Trans- formation dar. Die Natur wird als selbstwirksam Handelnde anerkannt und ihre Sprache, ihre Perspektive, wird durch Jette Helds Arbeiten über ihre Grenzen hinaus erfahrbar. Jette Helds Arbeiten plädieren für ein genaues Hinschauen und ein Wahrnehmen der Chancen des Wandels: Die Natur, unsere unmittelbare Umgebung, hat uns etwas zu erzählen. Lasst uns hinter der Kamera hervor und in den Dialog treten, um voneinander zu lernen.

• Babette Werner

CV Künstlerin
Jette Held lebt und arbeitet in Tanne/Harz. Sie studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, Schwerpunkt Fotografie bei Natalie Czech, deren Meisterschülerin sie auch war. Für Jette Held ist Fotografie das Werkzeug zur Erforschung ihrer nahen Umwelt und Heimat. Ihr Interesse gilt vordergründig der Natur, die sich aufgrund des Klimawandels stark verändert. Sie verfolgt jedoch keinen sachlich-dokumentarischen Ansatz; vielmehr interessiert sie, wie etwas aussieht, jenseits physikalisch wisschenschaftlicher Betrachtungen und Grundlagen. So arbeitet sie mit selbstgebauten Lochkameras, erstellt Fotogramme und sucht nach neuen Ansätzen und Aufnahmeverfahren.

Jette Held war Preisträgerin von „gute aussichten – junge deutsche photografie 2022/23“, wurde für den Stiftungspreis Fotokunst 2023 der Alison und Peter Klein Stiftung nominiert und war auf der Shortlist zum Marta Hoepffner Preis 2023. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in den Deichtorhallen PHOXXI Hamburg, dem Landesmuseum Koblenz, an der Angewandten in Wien, beim Fotofestival Prag sowie dem Kunstverein Braunschweig gezeigt.

 

Fotos: Jochen Detscher  und Jette Held

 

Gefördert von

 

 

 

Details

Beginn:
Samstag, 23. März 2024
Ende:
Sonntag, 21. April 2024
Veranstaltungskategorien:
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