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Lubaina Himid

Samstag, 17. November 2018, 18:00

Lubaina Himid

Finissage am Sonntag 16. Dezember 2018, 15.00 Uhr

 

Lubana Himid wurde 1954 auf Sansibar geboren, und kam nach dem Tod ihres Vaters bereits als Kleinkind mit ihrer Mutter, einer britischen Textildesignerin, ins Vereinigte Königreich. Himid studierte Bühnenbildnerei am Wimbledon College of Art und Kulturgeschichte am Royal College, London. In ihren Arbeiten, die durch sinnliche Präsenz und farbkräftige Direktheit auffallen, befasst sich die Künstlerin mit Fragen kultureller Prägung und dem Einfluss unterschwellig wirksamer ideologischer Ausrichtungen. Himid gehört zu den ersten Künstlerinnen, die sich im Black Art Movement der 1980er-Jahre engagiert haben; in Anerkennung ihres „Engagements für die Kunst schwarzer Frauen“ wurde sie 2010 mit dem Most Excellent Order of the British Empire (MBE) geehrt. Himid lehrt als Professorin für zeitgenössische Kunst an der University of Central Lancashire und war mit ihren Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen präsent, u.a. in der Tate Britain („Thin Black Line“, 2011; „Migrations“ 2012). In Jahr 2017 gehörte sie zu den drei Künstlerinnen, die zusammen mit Hurvin Anderson für den Turner Prize 2017 nominiert wurden. Schließlich wurde sie Gewinnerin des Turner Prize 2017.

 

Im Kunstraum Tosterglope sollen vor allem Lubaina Himids Überarbeitungen der Tageszeitung „The Guardian“ zu sehen sein. Seit 2007 befasst sich die Künstlerin tagebuchartig mit den Seiten des Printmediums, auf denen über Schwarze berichtet wird. Bei ihren Recherchen stieß sie – ausgerechnet in einem Blatt, das sich als liberal begreift – immer wieder auf Indizien für einen verkappten Rassismus. Auf die subtilen Botschaften, wie sie sich beispielsweise in der Auswahl des Bildmaterials zeigen, antwortet Lubaina Himid mit nicht minder subtilen Mitteln. An einzelnen Stellen übermalt sie die Zeitungsseiten, wobei sie vielfach romantisch anmutende Motive verwendet. Sie verführen zu näherem Hinsehen und animieren dadurch zu einer vertieften Beschäftigung mit den Inhalten der Zeitungsseiten. Hier liegt der besondere Wert der Arbeiten von Lubaina Himid: Unaufdringlich, aber präzise sensibilisiert die Künstlerin für Themen und Probleme, die auch in den aufgeklärten westlichen Gesellschaften oft übersehen, ignoriert oder geleugnet werden. Der unmittelbare sinnliche Genuss wird zum Impuls für Reflexion und Besinnung.

 

Michael Hübl, Karlsruhe – – Kurator der Ausstellung Lubaina Himid im KUNSTRAUM TOSTERGLOPE.

(Bisher kuratierte er für den ländlichen Kunstverein Ausstellungen von Peter Weibel, Franz Erhard Walther, Torben Ebbesen, Barbara Klemm und andere)

 

 

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